Saturn und Mediamarkt – bezeichnend: Geiz ist doch nicht so geil wie wir ursprünglich zu hören bekamen

imageGelinde gesagt hat mich die ganze Debatte, die durch kleine Werbesprüche der Metro-Töchter in Deutschland erst richtig an Fahrt gewonnen hat, schon immer genervt.

Aus meiner Überzeugung sind wir aufgrund der wirtschaftlichen Positionierung unserer Volkswirtschaft kein Land, welches aus “Umsatzhascherei” heraus stark bleiben kann. Wenn dies also aus makroökonomischer Sicht verneint werden muss, so ist ein Geschäftsmodell, welches mikroökonomisch diese Zielsetzung operationalisieren soll, auf kurz oder lang ebenfalls zum scheitern verurteilt.

Die im beiliegenden Artikel des Handelsblattes vom 26.07. diskutierte, zu späte Ausrichtung auf den Onlinehandel ist aus meiner Sicht nur eine Wirkungskette, nicht aber Ursache für die Schieflage der Unternehmen.

Aus meiner Sicht wurden die Märkte, allen voran die Mitarbeiter, überwiegend dazu genutzt – meist damit überfordert – Beratungsdienstleistungen darzustellen. Anschließend erwarb der “geizige” Kunde den Artikel über einen weiteren Google-Preisvergleich online. Erstens hat diese Mechanik nicht viel mit dem Ausnutzen des Geizes meiner Abnehmer zu tun sondern befördert schlicht das Gegenteil und zweitens, aus meiner Sicht viel schlimmer, dort erlernte Tugenden projizieren die Verbraucher – im übrigen auch ich – in andere Märkte.

Geiz-Pleite-Spiralen

Wenn man von Lohn-Preis-Spiralen spricht könnte man im gleichen Moment hier von “Geiz-Pleite-Spiralen” sprechen. Und im Grunde empfängt jeder seinen eigenen an den Tag gelegten Geiz durch diese Spiralwirkungen selbst bei seinen Abnehmern. Ich denke nicht, dass diese Logik erstrebenswert ist.

Als Lösungsvariante biete ich an, sich eher mit Qualität der Beratung, Qualität der Produkte und Ehrlichkeit dem Wettbewerb zu stellen.

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